Eltern Commitment - Über Schule hinausgedacht

Mit der Unterzeichnung eines FSB Schulvertrages sagen die Eltern «Ja, wir sind uns der untenstehenden Punkte bewusst und setzen sie bestmöglich um».

Entscheid für freies Lernen – Was er bedeutet und worauf wir vertrauen:

Wir sind uns bewusst, dass der Entscheid, unser(e) Kind(er) eine freie Schule besuchen zu lassen, über einen reinen Schulentscheid hinausgeht. Unser Entscheid für freies Lernen ist ein Herzensentscheid. Wir werden mit dem Entscheid Teil eines Kulturwandels, hin zu einer Kultur des bedingungslosen Vertrauens: Wir vertrauen unserem Kind und seinem inneren Kompass und den Prozessen des Lebens.

Wir gestehen jedem Kind zu, in und nach seiner Schulzeit seinen ureigenen Weg zu gehen.

Wir vertrauen der Kompetenz des Kindes, was seine Forschungsinhalte und Herangehensweisen, Lern- und Entwicklungstempi betrifft. Wir wissen, das Lernen immer und überall stattfindet. Wir bewerten/gewichten die Interessen unserer Kinder nicht.

Wir trauen dem Kind das Leben zu und anerkennen, dass Herausforderungen/Hürden dazugehören. Wir trauen dem Kind zu, dass es, seinem Alter und seiner Entwicklung entsprechend, die Konsequenzen seiner getroffenen Entscheidungen tragen und daraus lernen kann.

Erwachsene Prozesse

Als Eltern sind wir uns bewusst, dass uns der Frei-Lern-Weg in einigen Punkten herausfordern kann (beispielsweise im Austausch mit unserem Umfeld - Grosseltern, Freundeskreis - und der Gesellschaft im Allgemeinen). Wir nehmen diese als Einladung zur laufenden Selbstreflektion, als Chance unsere Prägungen/Muster zu erkennen und möglicherweise zu verändern. Wenn wir merken, dass wir nicht weiterkommen, schauen wir, wer/was uns in diesen Prozessen unterstützen kann.

Wir sind uns bewusst, dass unser(e) Kind(er) in vielen Momenten unsere Lebensthemen spiegeln und sind bereit, offen und neugierig forschend hinzuschauen, wenn Themen/Situationen für uns schwer auszuhalten sind, insbesondere wenn diese Themen den Freilernweg bzw. das Verhalten des Kindes in der Schule beeinflussen.

Wir können starke Gefühle und Langeweile unserer Kinder aushalten und annehmen bzw. wir sind bereit, dies bewusst wahrzunehmen und zu üben, sofern uns dies noch nicht gelingt.

Wir üben Grosszügigkeit, Geduld und Wertschätzung uns selbst und anderen gegenüber im Bewusstsein, dass wir auf dem Weg sind und Kinder keine perfekten Eltern/Erwachsenen brauchen.

Wenn wir irgendeiner Form der Angst – insbesondere in Bezug auf den eingeschlagenen freien Bildungsweg begegnen - sind wir in der Verantwortung zu schauen, was wir brauchen, um wieder ins Vertrauen zu kommen bzw. die Hintergründe dieser Angst zu erforschen.

In Bezug auf freies Lernen und den Schulalltag sprechen wir als Eltern die Erwachsenen der Schule an, wenn bei uns Unsicherheiten auftauchen. Wir kommunizieren offen und direkt und sprechen eine persönliche Sprache (Ich-Botschaften, Was ist mein Bedürfnis, Bewusstsein: Spiegelt mein Kind ein Bedürfnis von mir oder ist es sein eigenes?).

Kommunikation, Familienleben, Freizeit

Wir achten innerhalb unserer Familie auf eine achtsame und gleichwürdige Kommunikation.

Wir leben eine positive Fehlerkultur und sind uns bewusst, dass es wichtig ist, dass ein Kind scheitern/Fehler machen darf. Fehler sind Chancen zu lernen.

Wir ersetzen Lob/Tadel/Belohnung/Bestrafung durch eine Kommunikation, welche dem Prozess der Kinder förderlich ist wie z.B. Anteilname an den Gefühlen unserer Kinder (z.B. Freude/Trauer/Wut wahrnehmen) oder Anerkennung (Wir können z.B. anerkennen, dass ein Kind viel Einsatz in ein Projekt gesteckt hat).

Wir gestehen den Kindern altersgerechte Autonomie zu. Als Erwachsene übernehmen wir die Verantwortung dafür, den Kindern die notwendige Sicherheit zu geben. Wir tun dies, indem wir verlässlich sind (z.B. in Bezug auf Bindungssicherheit, wiederkehrende Abläufe, gemeinsame Abmachungen und im Umgang miteinander). Wir leben dem Kind unsere Werte vor.

Wir achten auf eine bewusste Freizeitgestaltung mit viel Freiraum für natürliche Entwicklung inklusive Raum für Langeweile. Wir lesen die Signale der Kinder und reflektieren darüber, wie unser Kind auf Reize (Freizeitprogramm, digitale Reize) reagiert.

Wir sind uns bewusst, dass Kinder auch in der Freizeit grundsätzlich keinen Unterricht und keine Kurse benötigen, um etwas zu lernen. Kinder können beispielsweise ohne jede Anleitung und Schwimmhilfe schwimmen lernen und die Erfahrung machen, dass Wasser sie trägt, wenn sie bereit dazu sind.

Bei der Wahl von geführten Freizeitangeboten, welche das Kind auf eigenen Wunsch besuchen möchte, achten wir auf die Haltung der Erwachsenen, die Kommunikation und darauf, ob eine Kultur der Achtsamkeit im Umgang miteinander gelebt wird.